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Malteser Göttingen

Deutsch-polnische Zusammenarbeit reanimiert

Treffen deutscher und polnischer Malteser in Warschau

25.04.2017

Drei Tage lang haben Vertreterinnen und Vertreter der Malteser aus Polen und Deutschland zusammengesessen. Anlass war der Abschluss eines gemeinsamen Pilotprojekts der Malteser Warschau und Berlin. In einem einjährigen Ausbildungsprogramm wurde der erste Malteser Schulsanitätsdienst in Polen am LXXII Lyzeum J. Jasińskiego in Warschau, ins Leben gerufen.
„Dziekuje," hallte es durch den vollbesetzten Raum. „Danke für die großartige, professionelle Unterstützung beim Aufbau des Schulsanitätsdienstes.“ Und anders herum: „Dziekuje, danke für die beeindruckenden Einblicke in eine hoch engagierte Arbeit und vielversprechende Kooperation zwischen deutschen und polnischen Maltesern.“
Die Schulsanitäter und Schulsanitäterinnen in Warschau durchlaufen im Rahmen ihrer Ausbildung ein umfangreiches Training, in das die Warschauer Malteser zahlreiche Zusatzangebote wie z.B. Gesundheitslehre, erweiterte Bio- und Chemiekurse sowie ein Empathie-Training integriert haben. Am LXXII Lyzeum J. Jasińskiego in Warschau ist die Schulsanitätsausbildung Teil des offiziellen Curriculums. Die Schulsanis trainieren in Ferienlagern und Großveranstaltungen ihre praktischen Fertigkeiten und so berichten Karol Kolakowski und Fabian Cierlica entsprechend selbstbewusst: „Wir haben teilweise mehr praktische Erfahrung als manch ein Arzt.“

Die Initialzündung für die Reanimierung der deutsch-polnischen Kooperation war die Zusammenarbeit zwischen der Malteser Jugend und dem Malteser Schulsanitätsdienst in Berlin und der ... Schule in Warschau. Unter dem Ausbildungs-Leiter Major Dariusz Pazdzioch und dem Auslandsbeauftragten in Berlin, Sylwester Tomala, hat sich eine Kooperation entwickelt, über die die Schulleiterin, Bozena Kozak, ins Schwärmen kommt: „Es haben sich ganz neue Beziehungen ergeben: Von Schülern zur Lehrern, von Lehrern zu Eltern von Schülern zu Schülern.“ Das neue Selbstbewusstsein wird getragen von dem Motto: „Ich bin selbstständig- ich kann retten“. Das macht alle Beteiligten stolz. Auch die Anfragen für Malteser-Sanitätseinsätze sind hoch motivierend für alle Beteiligten. Der Weg zum Einsatzsanitäter und zum Rettungssanitäter ist gut vorbereitet.
Die Schüler tragen die Idee des Schulsanitätsdienstes in Partnerschulen im ganzen Land. „Wir haben hier junge Menschen gefunden, die sich ganz der Sache verschrieben haben“ lobt „der Major“ seine Schulsanis liebevoll.

„Ich habe den Puls gefühlt und festgestellt, es ist wieder an der Zeit, die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland zu aktivieren“, sagt Sylvester Tomala ganz im Vokabular der Sanitäter. Ein großer Motivationsschub war die Vorkonferenz Anfang 2017 in Krakau. Hier hatten unter anderem die beiden Präsidenten Damian Zadeberny für Polen und Constantin von Brandenstein-Zeppelin für Deutschland ein „Reset der Beziehungen“ auch offiziell befürwortet. Von Brandenstein-Zeppelin findet diesen Brückenbau genial: „Etwas Schöneres als solche Malteser-Zusammenarbeit über Grenzen hinweg gibt es meiner Meinung nach nicht. Das ist unser Malteserbeitrag zum Zusammenwachsen von Europa. Darauf bin ich stolz.“

Die Malteser Jugendlichen aus Berlin und Warschau leben diese „neue Zeit“ bereits. Sie kennen sich aus vorangegangenen Treffen und genossen nicht nur das Gespräch über den Sanitätsdienst, sondern auch das abendliche Freizeit-Programm in Warschau. "Genau so soll es sein, dass junge Menschen sich begegnen", freut sich Sylwester Tomala.
Für die Veranstalter und Konferenzteilnehmer ist es eine „Herzensangelegenheit“, die Malteser grenzübergreifend zu vernetzen. So wurde Tomala auch nicht müde, Kontakte zu knüpfen und abzufragen, ob alle Bedingungen für ein künftiges Miteinander schon erfüllt seien. "Habt ihr schon eure Adressen ausgetauscht? Was braucht ihr noch?"

Nach einer längeren Pause der deutsch-polnischen Zusammenarbeit „wächst hier ein neues, zartes Pflänzchen heran, das liebevolle Pflege braucht", betonte der Ausland Beauftragte und Landeskoordinator für Polen, Jürgen Plöger. „Wir brauchen echte Kümmerer, so wie den Major.“

Für manche deutsche Gliederung und mögliche polnische Partner könnte jetzt die Zeit des Säens sein, und das nicht nur, weil es Frühling ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, welche deutsche Gliederung die nächste Einladung ausspricht.
"Der erste E-Mail-Austausch hat schon stattgefunden", schmunzelt Sabrina Kohls, Leiterin Ausbildung in Göttingen.

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